So entstand das „Geisterschiff“
Auf meiner Südamerikareise gelangte ich auch nach Ushuaia.
Fin del Mundo -- Das Ende der Welt --
Es zeigte sich, dass die südlichste argentinische Stadt vom Tourismus geprägt ist. Von hier aus gehen die Expeditionen in die Antarktis.
„Am Ende der Welt“ durfte ein Gefängnis nicht fehlen.
Dies dient heute als Museum. Vor diesem Museum liegt ein altes Boot. Rost, verwittertes Holz in grünlicher Farbe.
Eine Patina, welche sofort meine Fantasie in Gang setzte.
Ich stellte mir also Folgendes vor:
In dem Boot waren unschuldige Gefangene, die bei einem Fluchtversuch in eine Nebelbank gerieten und völlig die Orientierung verloren hatten. So irrten sie tagelang umher, von ihren Verfolgern eingekreist. Hunger, Kälte und Durst zehrte an den Kräften der Männer und schließlich starben sie auf offener See. Ihre Überreste wurden nie gefunden, nur das leere Boot. Die Seelen jedoch blieben auf dem Boot und immer wenn undurchsichtige Nebelbänke aufsteigen, retten sie in Seenot geratene Menschen vor dem Tod.
Ich fotografierte also das Boot aus verschiedenen Perspektiven und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Da ich meinen Laptop dabei hatte, konnte ich sofort meiner Fantasie freien Lauf lassen.
„Das Geisterschiff“ entstand noch an Ort und Stelle.
Die meisten meiner Fotomontagen durchlaufen diesen Prozess der Fantasie und das macht meine Arbeiten so wertvoll.
Viele Menschen glauben, es bedarf nur eines Mausklick und die Arbeit ist fertig.
Dem ist nicht so!
Der Computer und die entsprechende Software ist nur ein neues Medium, um Fotografien zu entwickeln. Alles Andere muss der Fotograf mit viel Liebe zum Detail, Kreativität und Fantasie in vielen Stunden umsetzen.
KEIN COMPUTER KANN
DIE „GUTEN AUGEN EINES FOTOGRAFEN“ ERSETZEN!